Stromriesen, Strompreis, Strombörse: Wieso die Energie aus der Steckdose immer teurer wird

Die Fraktionsgeschäftsführung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen versucht den Strommarkt zu erklären: In einem Kurzgutachten „Gerechtfertigte Strompreiserhöhungen?“wird die jüngste Preiserhöhung des Stromkonzerns RWE genauer untersucht. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Strompreise sinken müssten und insbesondere die großen Stromkonzerne ihre Kunden abzocken. Eine Milliarde Euro berechnen die Stromriesen demnach pro Jahr zu viel.

Tatsächlich – wer den Strommarkt beobachtet, stellt fest: Der Strompreis für Endkunden kennt im Moment nur einen Weg: Steigend! Aber warum ist das so? Als mittelständischer Energieversorger, der Strom in vielen Fällen deutlich günstiger anbietet als Konzerne oder Stadtwerke, können wir das gerne erklären.

Für Stromkunden gibt es unterschiedliche Tarifmodelle und Stromtarife: Das Gutachten geht ganz konkret vom Grundversorgungstarif der RWE aus. Dieser liegt seit 1. August 2010 bei mehr als 23 Cent je Kilowattstunde. Bei Betrachtung der Marktgegebenheiten kommt der Autor der Untersuchung zu dem Ergebnis: Statt den Strompreis anzuheben, hätte RWE demnach den Strompreis senken müssen – um 0,8 Cent, also auf ca. 22 Cent je Kilowattstunde. Tatsächlich zeigt sich, dass Strom günstiger sein kann. Viele unabhängige Energieversorger bieten hingegen gute Strompreise, die um Einiges günstiger sind. Die Differenz beträgt oft sogar ein Vielfaches der vom Gutachter benannten 0,8 Cent je Kilowattstunde Stromverbrauch.

Soweit zur RWE. Warum kann der Strompreis auch bei FlexStrom teurer werden? Ganz einfach: Die Studie betrachtet die Marktentwicklung erst ab 2008. Was aber ist mit den Vorjahren, also 2006 und 2007? Unabhängige und neue Energieversorger kaufen ihren Strom teilweise weit im Voraus. Die übliche Beschaffungspraxis von Stromriesen und Stadtwerken wird von Unternehmen wie FlexStrom nicht mitgemacht.  Das heißt, der Strom, den ein Kunde heute bezieht, wurde teilweise auf Vorrat gekauft. Dies wird von Stromanbietern gemacht, um kurzfristige, extreme Preisschwankungen für ihre Kunden zu vermeiden. Vergleicht man die heutigen Strompreise mit dem damaligen Kosten, so ist in der Tat ein deutlicher Anstieg festzustellen. Interesse von FlexStrom wird aber immer sein, den Kunden dauerhaft preiswerte Tarife anzubieten und sich damit positiv von den traditionellen Energieversorgern abzugrenzen.

Neben dem reinen Strompreis beeinflusst auch die Netznutzung den Strompreis für Kunden. Jeder Stromanbieter in Deutschland muss für die Nutzung des Stromnetzes für seine Kunden Gebühren an den Netzbetreiber bezahlen. So gibt es in Deutschland ca. 900 Verteilernetzbetreiber, alle mit unterschiedlichen Gebühren. Oft machen die Gebühren ein Drittel des Strompreises für den Kunden aus. Kleiner Tipp: Die Netzgebühren müssen auf der Stromrechnung ausgewiesen sein. Schauen Sie doch selbst einmal nach, wie viel Geld der örtliche Netzbetreiber kassiert.

Und auch Ökostrom sorgt für Preisanstieg: Die Umlage für die Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) ist Anfang dieses Jahres besonders stark gestiegen. Dieser Aufpreis ist gesetzlich festgelegt. Auch die direkten Abgaben an den Staat machen einen Großteil des Strompreises aus. Preissenkung nicht in Sicht: Es ist anzunehmen, dass die Belastung für die Kunden durch steuerliche Abgaben auch im nächsten Jahr steigen wird. Deswegen bieten viele faire Energieversorger ihren Kunden eine Preisgarantie, um sich vor einem Preisanstieg zu schützen.

Festzustellen ist: Der Strommarkt in Deutschland ist liberalisiert! Grundsätzlich zumindest. Ein Effekt für die Strompreise wird sich aber erst einstellen, wenn die Stromkunden diese Chance auch aktiv nutzen. Es gibt zur Zeit ca. 1.100 Stromanbieter in Deutschland. Der Kunde hat also jederzeit die Möglichkeit seinen Stromanbieter zu wechseln. Den erhöhten Grundversorgungstarif der RWE muss demnach kein Kunde akzeptieren.

Dass der Strommarkt in Bewegung ist, merken insbesondere mittelständische Versorger wie FlexStrom. Immer mehr Kunden kehren ihrem Grundversorger den Rücken und entscheiden sich zum Beispiel nach einem Preisvergleich im Internet für den günstigsten Stromanbieter.

Während andere Energieversorger – insbesondere Stromriesen wie Vattenfall, Energie Baden-Württemberg oder E.ON – eher einen Konsolidierungskurs fahren und Arbeitsplätze abbauen bzw. damit drohen, wachsen die unabhängigen Anbieter besonders stetig. So stellt FlexStrom derzeit wöchentlich neue Mitarbeiter ein und bezieht ein neues großes Gebäude im Herzen Berlins, um dem Platzbedarf für die zahlreichen neuen Kundenberater und anderen Mitarbeitern gerecht zu werden.

Ihre Meinung ist gefragt:

Haben Sie schon einmal an den Wechsel zu einem preiswerten Stromanbieter gedacht?

Wenn nein: Warum nicht?

Über den Autor

Dirk Hempel schrieb 17 Artikel im FlexStrom-Blog.

Dirk Hempel ist Leiter der Unternehmenskommunikation der FlexStrom Aktiengesellschaft.

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3 Responses to “Stromriesen, Strompreis, Strombörse: Wieso die Energie aus der Steckdose immer teurer wird”

  1. Strompreisvergleich sagt:

    Die Entblockung des Strom Marktes hat es zu Händen den Strom Verbraucher fast unmöglich gemacht, den Überblick im Kontext (von) den Strompreisen zu behalten.

    Ein Vergleich der STromanbieter ist da durchaus Sinnvoll.

  2. autoversicherung sagt:

    Ich muß meinem Vorredner zustimmen. Dieser Artikel ist wirklich hochinteressant und nützlich!

    Weiter So! Ich werde diese Seite weiterhin besuchen ob es was neues gibt!

  3. Rürup Rente sagt:

    Ziemlich guter Blog, werde hier ofters mal vorbei schauen. Unter Lesezeichen gespeichert…

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