Verbraucherzentralen wollen vielmals zeigen, wie viel sie für den Konsumenten angeblich erreichen konnten. Und wie ist das mit der Stiftung Warentest? Sind das unabhängige Forscher, die der Wahrheit absolut verpflichtet sind? Man möchte annehmen: Ja. Wer als Vertreter der Konsumenten auftritt, muss doch zwingend Recht haben. Denn Konsumenten – das sind wir ja irgendwie alle. Also ist das alles auch in unserem Interesse.
Bei mancher Meldung der Stiftung Warentest in ihren Publikationen test, Finanztest oder auf der Website test.de zucken wir dennoch zusammen. „FlexStrom muss Werbebanner entfernen“ stand da beispielsweise im September 2010. Gleichzeitig hing die Werbung „Wechseln Sie zum Testsieger“ immer noch an unserem damaligen Gebäude. Ein Fehler von FlexStrom? Ein Verstoß gegen ein Gerichtsurteil?
Weder noch. Das Werbebanner musste nicht entfernt werden. Richtig war durchaus: Die Verbraucherzentrale Berlin störte sich an der Aufschrift des FlexStrom-Gebäudes. Begründung: Das Gebäude von FlexStrom steht nahe dem Sitz der Stiftung Warentest. Das könnte der allgemein verständige Verbraucher missverstehen, weil er denke, FlexStrom ist von der Stiftung Warentest ausgezeichnet worden. Also der gerichtliche Antrag der Verbraucherzentrale: Die Werbung für den Stromwechsel zu FlexStrom soll weg.
Das Gericht entspricht dem nicht! Das Landgericht Berlin entscheidet im Februar 2009: Das Banner mit der Werbeaussage darf hängen bleiben! Die Verbraucherzentrale ruft die höchsthöhere Instanz an: das Kammergericht Berlin. Doch auch das will keine Entfernung der Werbung, die FlexStrom zwischenzeitlich ergänzt hatte. Neben der Aussage „Wechseln Sie zum Testsieger“ hatte der unabhängige Stromanbieter zwei Logos angebracht: von Focus Money und Euro. Beide hatten den Stromanbieter FlexStrom mehrfach für günstige Strompreise ausgezeichnet: Focus Money in den Jahren 2008 und 2010, Euro in 2009 und 2010. Das Kammergericht will nun, dass künftig immer angegeben wird, wofür und von wem die Auszeichnung erfolgte. Im Übrigen wird die Berufung der Verbraucherzentrale Berlin abgewiesen. Vom Abnehmen eines Banners ist keine Rede. Die Stiftung Warentest aber schreibt: „Flexstrom verurteilt [….] Die Flexstrom AG muss ihr Werbebanner „Wechseln Sie jetzt zum Testsieger!“ abhängen.“
FlexStrom hängt aber gar nichts ab, sondern weist die Stiftung Warentest freundlich auf die Falschdarstellung hin. Nicht zum letzten Mal. Denn im Oktober 2010 kommt die Stiftung Warentest erneut mit einer Meldung zu FlexStrom. Diesmal werden Leser zitiert, die beispielsweise behaupten, einen Wechselbonus nicht erhalten zu haben. So ein Herr Schäfer in der Ausgabe 11/2010 von Finanztest. Ein Herr Täuber formuliert auf test.de einen gleichlautenden Vorwurf.
Eine Prüfung ergibt: Herr Schäfer hat im August 2010, Herr Täuber im April 2010 den Bonus erhalten. Die Aussagen der Stiftung Warentest stimmen also offensichtlich nicht. FlexStrom meldet sich bei der staatlich finanzierten Stiftung, weist die Zahlungen nach. Die Stiftung Warentest antwortet kurz und bündig, „dass der von Ihnen geltend gemachte Anspruch auf Korrektur der veröffentlichten Leserbriefe nicht besteht. Es besteht keine Verpflichtung der Stiftung zur Überprüfung eines Leserbriefes auf dessen Wahrheitsgehalt, selbst dann nicht, wenn die Unwahrheit der aufgestellten Tatsachenbehauptungen nachgewiesen werden sollte.“
Wenn Leserbrief falsch, dann Pech gehabt?
So scheint man es zumindest bei der Stiftung Warentest zu sehen. Geantwortet hatte die Rechtsabteilung der Produkttester, dabei hatte FlexStrom keine Anwälte oder die Rechtsabteilung losgeschickt, sondern mit einem Brief auf den gravierenden Fehler hingewiesen. Sollte gerade eine Stiftung, die sich den Interessen der Verbraucher verschreibt, nicht etwas mehr um die Wahrheit bemüht sein? Erst recht, wenn sie die erforderlichen Nachweise dazu erhält?
Schreiben der Stiftung Warentest an den FlexStrom-Vorstand
Wenn die Wahrheit nicht mehr so wichtig ist: Verbraucherzentralen

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[...] Wenn die Wahrheit nicht mehr so wichtig ist – Teil 2: Die Stiftung Warentest [...]
ALso, dieses DOkument kann doch nur eine Fälschung sein. Wenn eine STiftung Warentest das tatsächlich geschrieben hat, dann müssen die richtig ÄRger bekommen. SInd ja unsere STeuergelder, die da verschleudert werden. WEnn eine FIrma wie FLexistrom da auf SChadensersatz klagen würde, das würde doch bestimmt eine RIesige SUmme kosten. MIch würde wirklich interesieren, ob sich beweisen lässt, dass die STiftung WArentest wirklich so offenkundig auf die WAhrheit pfeift
Also diese Aufregung ist unbegründet und zeugt eher von Naivität. Die Stiftung Warentest wird mit Staatsgeldern finanziert. Und unser lieber Staat hatte niemals ein Interesse an der Liberalisierung von Strommärkten. Die Europäische Union musste Deutschland dazu zwingen, eine Bundesnetzagentur einzurichten und ein billiges “Unbundling” einzuführen. D.h. Konzerne wie RWE mussten Netzbetrieb und Produktion in andere Gesellschaften auslagern, die zu 100 % ihnen gehören. Ein Witz, es wird eher Markt gespielt als alles andere. Für die Glaubwürdigkeit dieses Spielchens braucht es auch eine Stiftung Warentest, die sagt: Leute geht doch zu Yello oder eprimo. Dann seid ihr zwar wieder bei den Energiekonzernen, aber alle glauben es gibt so etwas wie Wettbewerb. Hurra! Die wenigen, die tatsächlich und naiverweise dachten, sie könnten auf diesem Gebiet einen Stich landen, haben nun das Nachsehen. teldafax ist laut Medienberichten schon kurz vor der Pleite (nichts neues, die haben doch schon mal die Finger gehoben), von den anderen hat man eigentlich noch nie was gehört – felxstrom mal ausgenommen. Die sind wohl auch naiv an den Markt rangetreten (dieser Text und die Hoffnung auf eine Neutralität der Stiftung Warentest beweist das zweiffelsfrei), haben sich mittlerweile aber halbwegs etabliert. Gute Bonität, einigermaßen gute Preise und das mit den Preiserhöhungen nach 3 Monaten scheint wohl auch nicht mehr vorzukommen – jedenfalls finden sich nur alte Meldungen dazu). Einer Stiftung Warentest kann das nicht in den Kram passen, denn die sehen in der Energieversorgung einen Staatsauftrag. Lieber Tausende Stadtwerke (wie viele gibt es eigentlich noch), mit unübersichtlichen Verwaltungsstrukturen, hohen Kosten, Händchenhalten mit der Kommunalpolitik und Zahlungen an Bürgermeister und Bundestagsabgeordnete. Dafür aber mit sauberen Vertragsbedingungen und der Illusion man kann ja zu Yellow-Strom wechseln (mit Sparen am Strom und so). Ein wirklicher Wettbewerb findet aber nicht statt. Und die Stiftung Warentest findet das offenbar auch gut so. Das war auch nicht anders zu erwarten. Schade, aber so scheints zu sein!
Armer, armer Flexstrom-Vorstand, der schöne Werbebanner, wer war denn so böse und wollte euch den wegnehmen? Die böse Stiftung Warentest etwa? Wie konnten die nur? Vielleicht kann ja jemand einen neuen Werbebanner für euch häkeln, aber mit Quellenangabe bitte.
Kreist der Pleitegeier eigentlich schon über euch? Na hoffentlich nicht, wie kämen dann die Kunden die noch Forderungen haben an ihr Geld? Fragen über Fragen…
Ach ja, meinen Bonus wollt ihr ja auch nicht zahlen. Schade, schade, wo ihr doch so eine hübsche Werbung habt: ganz automatisch wolltet ihr den am Ende des ersten Vertragsjahres bezahlen…
Enttäuscht habt ihr mich also schon ein bisschen… ich bin so traurig … und der schöne Werbebanner, er geht mir einfach nicht aus dem Sinn…
Bis denne, Euer Johnny
Da verdreht Flexstrom wohl die Tatsachen! Ich denke Flexstrom sollte wissen, dass ein Leserbrief nur eine Meinung darstellt und deswegen auch nicht geprüft werden muss in wie weit die Inhalte den Tatsachen entsprechen. Im übrigen entsteht beim Lesen dieser Seiten der Eindruck einer plumpen einseitigen Stimmungsmache gegen Anwälte, Verbraucherschützer und auch die Stiftung Warentest. Das ist so offensichtlich, plump und schlecht gemacht. Mir drängt sich der Verdacht auf, Flexstrom denkt es gibt nur dumme Verbraucher. MAcht vernünftige Bedingungen dann gibt es keine gerichtlichen Auseindersetzungen und zufriedene Kunden. Mit diesen Bedingungen wird es euch nicht mehr lange geben! Bin ja gespannt ob ihr wenigstens so viel Anstand habt und kritische Kommentare nicht löscht.