Häckslertechnik im Systemvergleich – Hammer, Messer oder Walzenwerk?

By | Dezember 15, 2015

Wer in seinem Garten viele Bäume, Büsche und Hecken hat, kommt an einem Häcksler kaum vorbei. Doch welche Zerkleinerungstechnik kommt mit sperrigem Grünzeug am besten zurecht? Wir nennen die Stärken und die Schwächen der drei Häckslersysteme.

Das Ziel ist immer das gleiche: Äste, Zweige und grüne Gartenabfälle, die ständig anfallen und wunderbar kompostiert werden können, sollen so schnell, gründlich und leise wie möglich zerkleinert werden. Häcksler haben sich bei Gartenbesitzern rasch durchgesetzt, doch die ersten Modelle waren sehr laut, oft nicht ganz einfach und sicher zu bedienen und dazu noch ziemlich teuer. Doch die Hersteller haben sich eine Menge einfallen lassen: Inzwischen gibt es über zehn verschiedene Zerkleinerungssysteme. Alle stützen sich auf drei Grundtechniken, das Hammer-, Messer- und Walzenwerk. Jedes hat Vor- und Nachteile. Deshalb gibt es bereits Kombinationen aus Hammer- und Messerwerk. Mit diesen kombinierten Häckslern kann man denn auch jedes Häckselgut verarbeiten. Besonders in Bezug auf die Geräuschdämmung hat sich eine Menge getan: Die neuen Häcksler haben sehr viel besser isolierte Gehäuse und Trichter, so daß weder Motor und Schneidwerk noch Äste und Zweige, die innen gegen den Trichter schlagen, extremen Lärm verursachen. Als Leise-Häcksler werden die Geräte mit Walzenwerk bezeichnet, denn sie arbeiten mit niedrigen Drehzahlen und zerquetschen das Häckselgut, statt es zu zerhacken. Die meisten dieser Modelle wurden inzwischen mit dem Blauen Engel des Umweltbundesamtes ausgezeichnet, weil sie geräuscharm sind.

HAMMERWERKE
Für alles Grobe sind Häcksler mit Hammerwerk gut geeignet. Sie schaffen nicht nur Äste und Zweige, sondern auch sperrigen Staudenschnitt mit Erde, Gemüsebeetabfälle und sandige Wurzeln. Selbst Nägel und Steine können ihm nichts anhaben. Die Technik bedient sich eines simplen Prinzips: Auf einem rotierenden Zylinder sind bewegliche Metallschlegel befestigt, mit denen auf das Häckselgut eingehämmert wird. Dadurch werden Äste, Blätter, Wurzeln so klein zerfasert, daß sie durch ein grobmaschiges Metallsieb hindurchpassen. Vorteil: Das Material ist sozusagen mundgerecht für die Mikroorganismen im Kompost aufbereitet und verrottet schneller. Es gibt Hammerwerke mit stumpfen und mit angeschliffenen Schlegeln. Damit auch lange Äste und Zweige problemlos verarbeitet werden können, sind viele Hammerwerkhäcksler mit einem zusätzlichen Messerwerk ausgestattet.

MESSERWERKE
Für alle normalen Gartenabfälle, die in kleinen und mittleren Gärten anfallen, eignen sich Messerwerke sehr gut. Hier gibt es auch die größte Vielfalt und Auswahl.
Das einfachste Messerwerk ist eine Scheibe mit mindestens zwei aufgeschraubten Messern. Ähnlich wie bei einem Gemüsehobel in der Küche werden dabei Äste und Zweige in Scheiben zerschnitten. Messerhäcksler älterer Bauart waren immer besonders laut, weil die Äste unkontrolliert von den Messern erfaßt und im Gehäuse herumgewirbelt wurden. Der Metalltrichter war selten schallisoliert und verstärkte die Geräusche noch zusätzlich. Bei modernen Messerhäckslern wurde dieser Mißstand weitgehend beseitigt: Besondere Gegenmesser verhindern das laute, unkontrollierte Verwirbeln, und die wirkungsvolle Dämmung reduziert das Arbeitsgeräusch erheblich. Dafür wurden für Gehäuse und Trichter entweder relativ weiche Kunststoffe verwendet oder mehrere Materiallagen übereinandergelegt (Sandwichbauweise). Außerdem sind die meisten Messerwerkhäcksler inzwischen mit einem Selbsteinzug ausgestattet, so daß das Häckselgut nicht mehr wie bisher kräftig in den Trichter gedrückt werden muß. Die neuen Messerwerke haben Flügel, Krallen, Haken oder doppel- bzw. dreistöckige Messerwerke, mit denen das Material gepackt und eingezogen wird. Eine andere Variante bieten Geräte mit zwei voneinander unabhängigen Messerwerken, die über zwei getrennte Zuführöffnungen erreicht werden. In den weiten Trichterschlund kommen sperriges Strauchwerk und Staudenabfälle, die seitliche, enge Öffnung ist für glatte Äste und Zweige gedacht. So werden die beiden Messerwerke nur für das für sie geeignete Material eingesetzt und dadurch auch geschont.

Den gleichen Effekt hat auch das Messerwerk mit der umkehrbaren Drehrichtung. Links herum wird alles Weiche geschnitten, rechts kommt alles Harte unters Messer. Auch das Spiraloder Schneckenmesser ist so konstruiert, daß die Zweige im Werk zuverlässig festgehalten und glatt abgeschnitten werden können. Je frischer der Baum- oder Heckenschnitt, desto besser arbeiten besonders die leistungsschwächeren Modelle. Für sehr hartes, durchgetrocknetes Holz braucht man schon einen starken Häcksler (ab 2000 Watt Leistungsaufnahme). Dennoch, der ganz große Nachteil aller Messerwerke ist geblieben: ihre Empfindlichkeit gegen harte Fremdkörper. So können Nägel, Schrauben, Draht, Sand und Erde die Messer in kurzer Zeit unbrauchbar machen. Sind die Messer durch normalen Gebrauch stumpf geworden, ist das kein Problem. Alle Hersteller bieten Ersatzmesser an. Bei den meisten Geräten kann man sie sogar selbst montieren. Dazu benötigt man meist nur einen Schraubenzieher. Nur wenige Gartenhäcksler müssen für einen Messerwechsel zum Kundendienst des Herstellers. Einige Messerwerke haben Wendemesser, die quasi die doppelte Lebensdauer haben.

WALZENWERKE
Wenn das Arbeitsgeräusch beim Häckseln so niedrig wie möglich sein soll, kommt nur das Walzenwerk in Frage. Es dreht sich nur etwa vierzigmal in der Minute und erzeugt dabei keinerlei Vibration. Wie ein kleines Wassermühlrad dreht es langsam und nimmt zwischen den scharfen Zähnen das Schnittgut mit, das gegen eine Metallplatte gedrückt und zerquetscht wird. Das Häckselgut ist anschließend wie bei Hammerwerken ideal zum Kompostieren. Sehr angenehm:    Hat    sich    im
Schneidwerk ein Ast verkeilt, kann man die Drehrichtung der Walze umkehren. So lassen sich Verstopfungen binnen Sekunden beheben.
Ähnlich wie die Messerwerke arbeiten auch die Walzenmesser am effektivsten, wenn die Schnittflächen scharf sind. Weil die Arbeitsgeschwindigkeit von Walzenwerkhäckslern relativ gering ist, eignen sie sich nur für Gartenanlagen mit wenig Grünschnitt. Außerdem ist die Trichteröffnung aus Sicherheitsgründen so eng, daß nur wenige Zweige auf einmal hineingesteckt werden können. Auf keinen Fall dürfen Erde, Sand, Steine oder Metallteile ins Schneidwerk gelangen. In kurzer Zeit wären die Ergebnisse nicht mehr akzeptabel. Walzenhäcksler sind kompakt und relativ leicht. Daher eignen sie sich hervorragend für den Transport im Auto. Zur Freude aller, die noch keinen eigenen Häcksler haben.

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