Wohin mit dem vielen Laub?

Schubkarren voller Herbstlaub fallen in diesen Wochen an – viel zu schade für den Müll. Ohne viel Mühe wird daraus wertvoller Kompost.

Wie eine undurchdringliche Schicht bedeckt nasses Laub im Herbst den Rasen und läßt Schimmel und andere Pilze darunter wachsen. Deshalb wird es dort möglichst restlos abgeharkt. Doch anderswo ist es gut zu gebrauchen: zum Beispiel als Trennschicht unter der Pflanzerde auf dem Hügelbeet oder zum Abdecken des Komposthaufens.

Gut durchgehäck-selt, werden die wertvollen Inhaltsstoffe des Laubs noch besser verfügbar, allen voran der Kohlenstoff, der für guten Humus unentbehrlich ist. Da Laub im Vergleich zu anderem Grünabfall viel Säure enthält, kann man damit allzu kalkhaltige Böden neutralisieren oder das richtige Bodenklima für Rhododendren und andere Pflanzen schaffen, die saure Erde brauchen.
Wie Waldboden sieht der fertige Laubkompost aus. Er ist gut für Moorbeetpflanzen.
Will man eine für alle Pflanzen verträgliche Mischung erzielen, mischt man das Laub mit stickstoffhaltigem Grünschnitt (Rasenschnitt, Brennesseln) oder Küchenabfällen. Auch Algenkalk oder Steinmehl neutralisieren die Säuren und beschleunigen die Verrottung des Laubs. Für den Komposthaufen wird es zerkleinert und in ca. 30 cm dicken Schichten aufgesetzt, zwischen die man Kompost, Steinmehl, tierischen Dünger wie Mist, Horn-, Blut- oder Knochenmehl sowie Kompostbeschleuniger streut.

Auch als Mulch ist Laub sehr gut geeignet, allerdings möglichst auch gehäckselt, damit es nicht verklebt und sich leichter zersetzt. Es kann so unter Hecken oder rund um Bäume für lockeren, warmen Boden sorgen. Damit es unter freistehenden Bäumen liegenbleibt, kann man einen kleinen Zaun aus Drahtgeflecht bauen, der um mehrere Pflöcke gespannt wird. Schließlich ist zerkleinertes Laub auch eine gute Winterabdeckung für Rosen, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren.

Von Kompost bis Nützlingsquartier: Was aus Laub alles werden kann

Im Häcksler wird das Laub zusammen mit Astschnitt zerkleinert. So können besonders die gerbstoffhaltigen Nußbaum- und Eichenblätter besser verrotten.
Für den Kompost ist die Mischung aus zerkleinerten Blättern und Holzschnitt eine wertvolle Zutat, die von den Mikroorganismen gut zersetzt wird.
Reiner Laubkompost entsteht im schwarzen Plastiksack. Am besten eignet sich eine Mischung verschiedener Laubsorten mit Kompoststarter oder Kalk.
Flächenkompost aus Laub ist ein guter Bodenverbesserer. Damit die Blätter schneller verrotten, streut man gleichmäßig Algenkalk darüber.
Winterquartier für nützliche Insekten und Säuger wie z. B. Igel sind Laubhaufen, die rund um Bäume oder unter Heckensträu-chern aufgeschichtet werden.

Laubsorten, die Probleme bereiten
•    Eichenlaub sowie die Blätter von Nußbaum und Kastanie enthalten besonders viele Gerbstoffe, die wachstumshemmend wirken. Sie verrotten nur gemischt mit Steinmehl. Ihre Wirkung ist aber z. B. auf Gartenwegen willkommen, weil dann dort weniger Unkraut hochkommt.
•    Obstbaumlaub, vor allem von kranken Bäumen, ist Überwinterungsort für Schädlingseier und Pilzsporen. Deshalb kommt es nicht in den Komposthaufen. Für Großkompostierungsanlagen stellt es kein Problem dar.
•    Straßenbäume nehmen viele Schadstoffe und Schwermetalle aus der Luft auf. Ihr Laub gehört deshalb nicht in den Garten.

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