Holzfaserdämmung für Betonböden – Natürliche Baustoffe für den Fußboden

By | Februar 17, 2016

Holzfaserdämmung für BetonbödenWer beim Aufbau eines neuen Fußbodens ökologische Materialien ersetzen möchte, findet reichlich Angebote. Holzprodukte kann man problemlos selbst verlegen.
Ob ein Dachgeschoß mit Betondecke oder die nicht unterkellerte Werkstatt ausgebaut oder ob eine alte Holzbalkendecke mit einem neuen Bodenbelag versehen werden soll: Ein ökologisch unbedenklicher Aufbau des neuen Bodens sichert gesundes Wohnen auf viele Jahre.
Als natürliche Baustoffe, die man selbst leicht verarbeiten kann, bieten sich Perlite-Granulat, Holzfaserdämmplatten und Holzdielen an. Die Granulatschicht besteht aus dem mineralischen Naturgestein Perlit, das bei der Herstellung kurzzeitig auf rund 1000 Grad Celsius erhitzt wird und sich dabei stark ausdehnt. Die besonderen Eigenschaften des Materials: geringes Gewicht und gute Dämmwerte. Die braunen Dämmplatten bestehen aus Nadelholzresten, die zu einem feinen Faserstoff zermahlen und zu hochfesten Platten verpreßt werden. Die Massivdielen sind aus Redpine.

Fußbodenaufbau und Maße
■    Randdämmstreifen sind vor der Schüttung rundum zu verlegen.
■    80 mm (vor Verdichtung 88 mm) Trockenschüttung Terraplan (Per-lite). Materialmenge: elf Liter je m2 bei einer Schichthöhe von 1 cm. Ein Sack hat 80 Liter Inhalt.
■    8 mm Pavapor-Platten zum Abdecken der Schüttung. Plattengröße: 120 x 60 cm. Für Aufbauten ohne Schüttung: 16 mm Dämmplatten.
■    40 mm Pavatherm NK 40 mit Fugenlatten (Pavatex). Plattenformat: 59 x 119 cm. Die Höhe der Latten beträgt nur 35 mm, sie werden durch die Dämmplatten in der Luft gehalten. Der Luftschlitz sorgt für einen schallbrückenfreien Schallschutz. Länge: 180 cm, Breite: 40 mm. Bedarfsrichtwert: 1,6 m je m2.
■    22,5 mm Redpine-Hobeldielen. Breite: 144 mm, Länge: nach Wahl zwischen 270 und 470 cm.

Mit einer Schlauchwaage wird der Meterriß auf alle Wände übertragen. Er dient dazu, auch bei schrägen Unterböden einen waagerechten Aufbau zu erreichen.  Vom Meterriß abwärts werden die verbindlichen Aufbauhöhen der Fußbodenkonstruktion festgelegt und mit einer Schlagschnur horizontal übertragen.  Bei Erdgeschoßräumen ohne Keller braucht man als Feuchtigkeitssperre Bitumenbahnen, bei Dielenböden einen Rieselschutz aus festem Packpapier (rechts).
Die Trockenschüttung wird 25 cm hoch zuerst entlang der Wand ausgebracht. Dann eine zweite Linie parallel legen, etwa im Abstand 250 oder 125 cm. Mit der Glättkelle wird der Granulatstreifen zur Wand hin geebnet. Dabei auf die Markierung für die Schütthöhe achten. Dann die zweite Schüttlinie glätten.  Auf den beiden Schüttstreifen werden die Auflegeschienen justiert. Dann den Zwischenraum in Armlänge gut mit Terraplan füllen und mit einer Abziehlehre glätten.  Detail: Rohre, die vor der Wand liegen, werden durch ein mit dem Boden verschraubtes Kantholz bis zur Höhe der verdichteten Schüttung vor Druck geschützt. Von der Tür ausgehend, wird die erste Dämmschicht verlegt. Die letzten Platten zur Wand werden paßgenau zugesägt. Keine Kreuzfugen entstehen lassen. Bei mehr als 6 cm Schütthöhe wird die Schüttung verdichtet. Auf die Dämmplatten eine den Druck verteilende Spanplatte legen und mit einem Handstapfer bearbeiten. Der Unterbau wird mit der Verlegung von Pavatherm-Platten und Fugenlatten abgeschlossen. Nuten und Federn lose zusammenfügen, aber nicht verkleben.

Der Arbeitsablauf
Zuerst werden in 1 m Höhe über der Betonsohle Markierungen per Schlauchwaage auf alle Wände übertragen. Der Meterriß ist der waagerechte Maßstab, von dem aus die für den Fußbodenaufbau notwendigen Oberkantenmaße, Dielendicke, Dämmschichtenstärken und Schütt- sowie Verdichtungshöhe, nach unten abgetragen werden. Die lose Schüttung soll ab 60 mm um 10 Prozent höher liegen als die geplante Verdichtungshöhe.
Die Schüttung von Terraplan erfolgt in mehreren Arbeitsschritten:
■    Randdämmstreifen verlegen.
■    Zwei Linien schütten, die auf die Schütthöhe gebracht werden.
■    Die beiden Auflegeschienen auf die Schüttstreifen legen. Dabei Schütthöhe und Libellen beachten.
■    Raum zwischen den Auflegeschienen mit Terraplan füllen. Immer schrittweise arbeiten: schütten, ab-ziehen, schütten, abziehen.
■    Dann einen dritten Streifen schütten und wie vorher verfahren, bis die Schüttung fertig ist.
■    Von der Tür ausgehend, werden die Pavapor-Dämmplatten mit ihrer Länge in der Richtung verlegt, in der später auch die Redpine-Dielen ausgerichtet werden.
■    Um die Schüttung zu verdichten, wird eine Spanplatte von etwa 1 x 2    m auf die Dämmung gelegt und mit einem Handstampfer verdichtet.
■    In Querrichtung werden nun Pa-vatherm-Platten, die rundum Nut und Feder haben, und die Fugenlatten verlegt. Je nach Raumbreite am Rand mit etwa einer halben Dämmplatte beginnen, dann die Nut- und Federlatten einschieben. Man benötigt zur Wand und untereinander einen Abstand von 3 mm. Die Latten immer gegeneinander versetzen.

Vor Feuchtigkeit schützen – Das Terraplan-Granulat und die Holzfaserdämmplatten müssen unbedingt vor Feuchtigkeit geschützt werden: Liegt der Aufbau direkt auf einer Fundamentplatte, sollten sicherheitshalber Isolex-Bitumenbahnen mit dem doppelseitigen Spezialklebeband BK 50 verklebt werden. Das Material wird wannenartig seitlich an den Wänden hochgezogen und so verklebt, daß aufsteigende Feuchtigkeit das Dämmaterial nicht erreichen kann.

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