Mit Muskelkraft bohren – Alte Werkzeuge, neu entdeckt

Handbohrmaschinen werden nur noch selten benutzt. Dabei haben sie gegenüber Elektrogeräten viele Vorteile. Angesichts der enormen Verbreitung elektrischer Bohrmaschinen ist kaum noch vorstellbar, daß noch vor wenigen Jahren nur mit der Hand gebohrt wurde. Ganz verschwunden sind die dabei verwendeten Geräte aber nicht. Aus gutem Grund, denn beim Handbohren ist kein Elektroanschluß erforderlich, kein Kabel stört, es entstehen kaum Geräusche, und das Bohren kann mit mehr Gefühl erfolgen. In einzelnen Fällen, z. B. beim Bohren eines 35-mm-Lochs in einen Balken, wäre eine teure elektrische Maschine erforderlich. Die bessere Lösung: der günstige Handbohrer.

Handbohrer und E-Gerät im Wechsel
Handbetriebene Bohrmaschinen können als Zweitgerät gute Dienste leisten. Werden zum Beispiel beim Möbelbau verschiedene Bohrergrößen im Wechsel benötigt, kann man Hand- und Elektromaschine mit entsprechenden Bohrern bestücken und spart sich damit das ständige Austauschen der Bohrer.

Maschinen mit Handantrieb
Die einfachste Form der Handbohrmaschine ist die Bohrwinde. Wie bei einer Kurbelwelle wird die Kraft der Hand auf die Achse und in deren Verlängerung auf den Bohrer übertragen. Durch die 1:1-Übersetzung entsteht dabei ein sehr hohes Drehmoment, das kaum von einer elektrischen Maschine erbracht wird. Durch eine gesteckte Vierkant-Ko-nusaufnahme ist ein optimaler Kraftschluß zum Bohrer möglich. Höhere Bohrerumdrehungen erreicht man mit Getriebebohrmaschinen. Durch Umschalten oder durch das Umstecken der Kurbel kann man zwisehen zwei Übersetzungen wählen. Mit Maschinen dieser Art, die ein relativ hohes Drehmoment entwickeln, lassen sich mit Hilfe entsprechender Bits auch Schrauben eindrehen oder mit Hartmetallbohrern auch Dübellöcher in Kalksandstein bohren. Alle Bohrer mit zylindrischem Schaft bis 10 mm Durchmesser passen in das Dreibackenfutter. Mit diesen Einsatzmöglichkeiten ist die Maschine eine akkulose und damit umweltfreundliche Alternative zu modernen Akkuschraubern.
Die Einsatzmöglichkeiten für muskelgetriebene Bohrmaschinen ist jedoch durch die geringe Bohrerdrehzahl, die sie erreichen, begrenzt. Gerade bei der Holzbearbeitung kommt es auf saubere Bohrlochränder an, für die die hohen Drehzahlen der elektrischen Bohrmaschinen erforderlich sind.

Für Schrauben und Muttern
Wer viel mit großen Gewindeschrauben arbeitet, kann sich aus Steckschlüsseln oder Stecknüssen und einer Bohrwinde einen praktischen Schrauber zum Beispiel für Radmuttern zusammenstellen. Nußverlängerungen passen in das Backenfutter der Bohrwinde.

Sicherheit auch beim Basteln
Stromlos arbeitende Bohrmaschinen kann man Kindern für ihre Bastelarbeiten überlassen, denn auch Akkuschrauber werden von den Nachwuchsheimwerkern nicht immer beherrscht. Die Verletzungsgefahr an scharfen Bohrern bleibt jedoch auch beim Handbetrieb.

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