Schornsteinkopf verkleiden – Eine neue Haut, einfach übergestülpt

Schornsteinkopf verkleidenSchornsteine müssen viele Jahre rauhem Klima standhalten. Mit einer zweiten Haut kann man sie gut vor äußerer Beschädigung schützen.
Ebenso wie die Fassade oder das Dach des Hauses ist auch der Schornsteinkopf eines der am stärksten vom Klima beeinträchtigten Bauteile. Er muß Regen und Sturm, Hitze und Frost widerstehen, und das über viele Jahrzehnte. Die Oberflächen der Schornsteinköpfe müssen daher aus frostbeständigen Baustoffen bestehen und gegen Eindringen von Niederschlagwasser geschützt sein. Hat der Zahn der Zeit hier seine Spuren hinterlassen und zeigen sich Risse und ausgewaschene Fugen, muß sofort gehandelt werden, um schwerwiegendere Folgeschäden zu vermeiden.

Regionale Unterschiede
Schornsteinköpfe sind in Deutschland zumeist den regional vorherrschenden Baustilen angepaßt. So findet man in Norddeutschland sehr häufig gemauerte Köpfe aus hartgebranntem Klinker. Im schwäbischen Bereich, im Allgäu und in Teilen Bayerns sieht man vielfach den verputzten Schornsteinkopf, und überall, wo man häufiger Schieferdächer vorfindet (z.B. in Teilen Hessens), ist auch der Schornsteinkopf mit Schieferplatten gegen Wind und Wetter geschützt. Auch bei so unterschiedlichen Ausführungen lassen sich Schornstein-Stülpköpfe installieren. Bei maroder Bausubstanz sollten Putzarbeiten am Schornstein (hierfür gilt die DIN 18 550) und auch Maurerarbeiten immer dem Fachmann überlassen werden.
Ist die Grundsubstanz noch nicht angegriffen, kann man mit Schorn-steinkopf-Verkleidungen einen sicheren und dauerhaften Schutz erzielen. Als Ummantelung oder Verkleidung haben sich vier Ausführungsarten bewährt: Fertigstülpkopf: Eine exakt auf Maß vorgefertigte Stülpschale wird über den vorhandenen Schornsteinkopf gestülpt und daran fixiert. Es gibt sie als massive Betonköpfe mit einer Wandstärke von 6 bis 10 Zentimetern und als vorgefertigtes Aluminiumgestell, das mit Faserzementplatten beplankt und mit einer Edel-stahlabdeckhaube von oben geschlossen wird. Dieses System ist auch vom Seibermacher leicht zu installieren.

Der Alurahmen des Fertigstülpkopfes wird mit Justierschrauben am alten Schornsteinkopf fixiert. Eckprofile aus Kunststoff verdecken die Kanten der Abdeckplatten.
Die Abdeckplatten aus Faserzement haben Schieferstruktur und werden beim Fertigstülpkopf auf Maß zugeschnitten mitgeliefert. Sie werden am Alurahmen verschraubt.
Ganz schnell montiert: Auf die Konstruktion wird eine vorgefertigte Edelstahl-Abdeck-haube geschraubt und ein konischer Regenkragen auf das Rauchrohr gesetzt.

Immer mit Hinterlüftung
Zwischen Fertigstülpkopf und Schornstein sollte immer ein Luftspalt von 3 bis 6 Zentimetern verbleiben, und die Verkleidung sollte unten offen sein. So ist immer eine gute Hinterlüftung gewährleistet. Damit soll sichergestellt werden, daß das sonst durch den hohen Dampfdiffusionswiderstand der Verkleidung anfallende Kondensat am Schornstein keine Korrosion oder Versottung verursacht.

Verkleidung mit Platten
Wer handwerklich geschickt ist, kann sich eine Stülpkopf-Verklei-dung auch selbst anfertigen. Drei Materialien sind hierfür geeignet: Faserzementplatten: Diese Methode entspricht vom grundsätzlichen Aufbau der Sanierung mit Fertig-stülpköpfen. Hier werden jedoch die einzelnen Bauteile vor Ort auf Maß zugeschnitten und Stück für Stück montiert.
Anstelle des Aluminium-Fertigrah-mens wird eine vertikal verlaufende Konstruktion aus Dachlatten am Schornsteinkopf verschraubt. Die Hölzer werden mit Dübeln fest am Kopf verankert und müssen danach flächendicht mit mineralischen Baustoffen abgedeckt werden. Flächendicht heißt, daß jede Schornsteinseite aus einer vollflächig geschlossenen Platte bestehen muß, so daß kein Schlagregen eindringen kann. Auch hier haben sich Platten aus Faserzement bewährt. Sie sind mit der Stichsäge leicht zuzuschneiden, entsprechen den einschlägigen Brandschutzvorschriften und sind in unterschiedlichen Farben und Oberflächen (z. B. in Schieferdekor) erhältlich. Von oben wird dann wie beim Fertigstülpkopf eine auf Maß angefertigte Abdeckhaube aus Edelstahl auf die Schornsteinmündung aufgeschraubt. Spezielle Abdeckplatten aus Faserzement oder Regenkragen aus Edelstahl dichten den Rand des Rauchrohranschlusses gegen Feuchtigkeit ab.

Edelstahl- oder Kupferplatten: Für die Verkleidung können auch Edelstahlplatten oder Kupferbleche verwendet werden. Sie werden auf die zuvor angebrachte Lattenunterkonstruktion genagelt oder geschraubt. Auch hierbei muß eine ausreichende Hinterlüftung gewährleistet sein. Beide Metallwerkstoffe sind aber schwieriger zuzuschneiden und zu verarbeiten als z.B. Platten aus Faserzement, und sie sind auch erheblich teurer. Außerdem erfordert zumindest Edelstahl für die Verarbeitung spezielles Schneidwerkzeug.

Besser mit dem Fachmann – Auch bei der Stülpkopfmontage müssen zahlreiche bauliche Vorschriften beachtet werden, die sich zudem in einigen Bundesländern unterscheiden. Stimmen Sie Ihre Maßnahmen daher vor Baubeginn stets mit Ihrem Bezirksschornsteinfegermeister ab.

Mit Durchschlagdübeln wird die vertikale Konstruktion aus Dachlatten beim Selbstbau der Verkleidung befestigt. Die Eckprofile aus Kunststoff werden mit Schrauben auf der Unterkonstruktion befestigt. Sie decken die Plattenkanten ab. Die Abdeckplatten aus Faserzement werden vor Ort auf Maß zugeschnitten, in die Eckprofile geschoben und verschraubt.  Die Abdeckhaube aus Edelstahl wird im Werk für jedes Objekt auf Maß gefertigt. Sie überdeckt die gesamte Konstruktion.  Die Haube wird mit Schrauben fixiert. Das muß sorgfältig gemacht werden, da hier starke Windkräfte auftreten können. Schutz gegen Schlagregen: Eine auf einen Metallständer montierte Abdeckplatte aus Faserzement wird eingeklinkt. Der sanierte Schornsteinkopf kann mit dieser hochwertigen „Verpackung“ jedem Wetter widerstehen.

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