Und welcher Typ sind Sie?

Was für eine Art Selbermacher sind Sie eigentlich? Besonnen oder hektisch, Perfektionist oder Fatalist? In dieser Typologie finden Sie sicher auch Freunde, Kollegen oder Nachbarn wieder.

Der Schauspieler – Liest jede Gebrauchsanleitung wie ein Drehbuch, das er allerdings ganz nach eigenem Gutdünken interpretiert. Selbst eine simple Schraubenverdübelung wird bei ihm zu einer Inszenierung – mal Komödie, mal Tragödie.
Wenn er loslegt, geschieht das immer mit viel Temperament und noch mehr Pathos. Lautes Stöhnen, Geschrei bis hin zur wütenden Drohung, sofort alles hinzuschmeißen, gehören bei ihm immer dazu.
Nach jedem seiner Soloauftritte erwartet er rauschenden Applaus, nur halbherzige Zustimmung läßt ihn verzweifeln, Kritik treibt ihn zur Raserei. Läuft bei gebührender Bewunderung allerdings zur Höchstform auf.

Der Buldozer – Krempelt die Ärmel hoch und geht ran an die Sachen, ohne Rücksicht auf Verluste. Filigranes ist seine Sache nicht. Er ist ziemlich gefährlich, weil er Wände einreißt, nur um die Lichtleitung zu finden, wenn die Deckenleuchte nicht funktioniert. Seine Arbeitsergebnisse sind in jedem Fall sehenswert.

Der Anfager – Packt mindestens drei Vorhaben gleichzeitig an. Am liebsten arbeitet er zugleich auf der Terrasse, in der Küche und im Wohnzimmer. Gibt aber sofort Ruhe, sobald alle Räume unbewohnbar geworden sind. Läßt sich dann behaglich in den Sessel fallen und sieht sich die Sportschau an.

Der Planer – Selbst fürs Bilderaufhängen macht er zuvor sorgfältige Zeichnungen. Braucht lange Anlaufzeiten. Besitzt dicke Fotoalben voller fertiggestellter Projekte in verschiedenen Entwicklungsstadien. Die Planung gibt ihm ein größeres Hochgefühl als die Ausführung. Trotzdem: Wenn er endlich mal dazu kommt, ist das Ergebnis immer ein Meisterstück mit Garantie für jahrzehntelange Haltbarkeit.

Der Chefartz – Braucht eine Heerschar von Hilfswilligen und Zulieferern um sich herum. Schreitet gern im Overall oder Arbeitskittel die Heimarbeiterfront ab. Gibt knappe, kurze Anweisungen: Bohrer! Schleifmaschine! Hammer… Sein Fußvolk dient nur zum Leiterhalten, Zureichen oder Applaudieren. Nach geglückter Operation macht er sich auf und davon. Heruntergerissene Wandverschalungen, angebohrte Tapeten, Berge von Zementstaub pflastern seinen Weg. Für niedere Nacharbeiten sind andere zuständig.

Der Supermann – Wo immer Herausforderungen zu bestehen, Katastrophen zu bewältigen sind, überall wo in letzter Sekunde Rettung not tut – hier ist sein Einsatzfeld. Er kann alles, weiß alles, ihm entgeht kein noch so tückisch verborgener Schaden. Überraschenderweise aber immer nur bei der Nachbarin, im Freundeskreis, vielleicht auch bei Kollegen. Zu Hause findet er bei Stromausfall noch nicht einmal den Sicherungskasten.

Der Zirkusdirector – Leitet seinen Werkstattkeller mit Phantasie und Disziplin. Faszinierend, wie ihm Stichsäge, Hammer oder Schwingschleifer gehorchen! Beifall für die Kunststücke von Heißkleber, Gehrungssäge und Krea-tiv-Fräse! Ein Selbermacher-Hochseilakt folgt dem nächsten – allerdings auch mit Absturzgefahr. Und hinter dem Vorhang wird so mancher Patzer vor dem Publikum verborgen. Dennoch: Der ständige Wechsel zwischen Artistik und Clownerie hat stets einen enormen Unterhaltungswert.

Der Hilflose – Erzählt gern überall von seinen Umbauplänen fürs Bad. Fragt nach Vorschlägen, etwa vorhandenem Werkzeug. Läßt sich genau erklären, wie man es handhabt. Guckt dabei aber so verzweifelt, daß ihm sofort Hilfe zugesagt wird. Besorgt fürsorglich Spachtelmasse, Fliesenkleber, Fliesen, Bier, Grillwürstchen. Verbreitet bei der Arbeit soviel Unruhe, daß die anderen lieber gleich alles ohne ihn machen. Spart aber auch nicht mit Lob, Dankbarkeit und einem rauschenden Fest.

Der Chaot – Ist ständig im Einsatz zwecks Materialbeschaffung und -bewegung. Plant einen Gartenteich für den handtuchschmalen Vorgarten, zieht dann aber doch erstmal eine Trennwand im Kinderzimmer. Geht t raus, um die Holzbank für Oma fertigzustellen, baut jedoch einen Fahrradschuppen – obwohl er gar kein Fahrrad hat. Will Schrauben für die Konsole im Flur holen, schleppt aber auch noch ein kostengünstiges Gartenfestzelt aus dem Großmarkt an. Meint alles sehr gut, ist allerdings auch nervenzehrend für Umwelt und Familie, weil niemand ahnen kann, was er als nächstes plant und tut.

Der Galerist – Für ihn ist seine Werkstatt reines Statussymbol. Wenn Gäste im Hause sind, macht er gern Führungen durch den direkt mit der Hausbar verbundenen Raum. Ist ständig auf der Jagd nach Neuerscheinungen und Raritäten zur Ergänzung seines enormen Maschinenparks. Läßt nicht einmal die Putzfrau zum Abstauben ran. Will er tatsächlich mal was arbeiten, leiht er sich Handwerkszeug beim Nachbarn aus.

Der Geheimagent – Hält sich vornehmlich in den Kellerräumen des Hauses auf. Ist er doch einmal flüchtig in den oberen Etagen anzutreffen, wirkt er merkwürdig unruhig, erzählt dann unkonkret von wichtigsten Aufgaben , („…endlich mal diesen weißen Kasten fertig machen“) oder anderen Aktionen, derentwegen er „leider noch mal wieder runter“ müsse – niemals jedoch bekommt man von seinen Werken etwas Konkretes zu Gesicht. Letztlich weiß auch niemand genau zu sagen, was da abends und an den Wochenenden in seinen geheimnisvollen Bereichen tatsächlich geschieht…

Der Vorsichtige – Dreht die Hauptsicherung heraus, erdet die Antenne, zieht Asbesthandschuhe an und setzt den Sicherheitshelm auf, um eine Taschenlampenbatterie auszuwechseln. Läßt sich beim Wetteramt die Vorhersage für sechs Wochen geben, ehe er den Gartengrill mauert. Überprüft den Familienstammbaum auf die Häufigkeit von Zwillingsgeburten, bevor er die Maße einer Wiege festlegt. Seine Projekte sind toll, werden nur nie termingerecht fertig.

Der Wunderheiler – Er versucht, die defekte Glühbirne durch Handauflegen wieder zum Leuchten zu bringen. Bei Klopfgeräuschen in der Heizung irrt er tagelang mit einer Wünschelrute durchs Haus. Versucht, frisch verklebte Tapeten durch Hypnose am Herunterrollen zu hindern. Mit Hilfe eines selbstgebastelten Pendels findet er vom Dachfirst aus die günstige Stelle für den Ausbau einer Gaube. Benutzt zur Reparatur quietschender Haustüren japanisches Heilpflanzenöl. Nach jeder Sendung von „Schreinemakers live“ hat er neue Anregungen und probiert neue Methoden aus.

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